28.05.
2026
Wahres Ich und Bestimmung – Teil 3
Mini-Impuls und praktische Anregung
Übereinstimmend mit den in Teil 2 erwähnten Philosophen haben mir meine langjährige Arbeit und Erfahrung als Coach zwei Dinge zweifelsfrei gezeigt:
Erstens: Allein durch Denkarbeit lässt sich die Wahrheit über sich selbst nicht finden; dazu bedarf es weiterer Erkenntnisebenen. Melanie sagt dazu: »Your true self is found in the gap between your thoughts.« (»Dein wahres Ich findet sich im Leer-Raum zwischen deinen Gedanken.«)
Zweitens: Es gibt nicht den einen Weg zur Selbstfindung. Viele unterschiedliche, individuelle Wege können zum wahren Ich führen. Wie und welchen Weg man wählt, um zu tieferen Erkenntnissen über sich selbst zu gelangen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es ist deine »lebenslange Projektarbeit« (Melanie) – ein Prozess, der sich weiterentwickelt und je nach Lebensphase oder Lebensumständen neue Wege sucht.
Als Anregung wählen wir zum Einstieg ein einfaches Vorgehen, das seit Jahrhunderten praktiziert wird und sich bewährt hat:
- Still werden, um sich selbst zu hören.
Einmal täglich, regelmässig, etwa 15 Minuten lang. (Eine Viertelstunde steht jedem Menschen 96-mal pro Tag zur Verfügung.) Die Stille kann man bei einem Spaziergang in der Natur suchen oder sich zu Hause bewusst Raum dafür schaffen. Entscheidend ist, Ablenkungen und Störungen möglichst auszuschliessen. - Eine einzige Frage formulieren.
Diese Frage wie einen Samen ins Unterbewusstsein pflanzen und ruhen lassen – ohne zu versuchen, sie sofort zu beantworten.
Beispiele:
Wer bin ich jenseits von Rollen und Erwartungen?
Wann fühle ich mich lebendig?
Wann erfahre ich mich als wahrhaftig? - Die Aufmerksamkeit ausschliesslich auf den Atem richten.
Gedanken dürfen kommen und gehen. Weder soll man ihnen Energie schenken noch versuchen, sie zu verdrängen; man lässt sie ziehen wie Wolken am Himmel.
Es ist die einfachste und wirksamste Methode um Geist und Körper zur Ruhe zu bringen. - Die Wahrnehmungen im Alltag beobachten.
Zeigen sich intuitive Impulse, spontane Einsichten oder Veränderungen im Erleben und Fühlen? Führen sie zu veränderten Präferenzen oder klareren Entscheidungen? - Nach einer Woche regelmässiger Praxis innehalten, Journal führen.
Welche Fragen, Ideen, Gefühle oder Einsichten tauchen wiederholt auf? Erkenne ich Muster oder klare Signale? Was überrascht mich?
Diese Beobachtungen gilt es, in einem Journal festzuhalten – spontan und ohne Zensur, ohne »Wenn« und »Aber«. - Die gewonnenen Einsichten erproben.
Einen ersten mutigen, aber kleinen Schritt wagen: eine Handlung ausprobieren, ein Gespräch suchen oder ein Projekt beginnen.
Nun möchte ich Sie ermuntern, den Weg zur Selbstfindung bewusst unter die Füsse zu nehmen.
(Zitate aus: Trost-Tropfen der Hoffnung zur Selbstfindung und Heilung, Band 3, S. 12–21)
