08.06.
2026

Pendenzenberge und maßlose Erwartungen – Teil 4

Mini-Impuls und praktische Anregung

Grenzen setzen lässt sich nur teilweise durch reine Kopfarbeit lernen. Zwar kann es hilfreich sein, Strategien zu entwickeln, um äusseren Forderungen bewusster mit einem Nein zu begegnen.

Wenn es jedoch um innere Grenzen geht – etwa um die Angst, durch ein Nein in Ungnade zu fallen oder abgelehnt zu werden –, reicht rationales Verstehen allein meist nicht aus.

Hier beginnt ein anderer Weg: Zeiten der Stille, ehrliche Selbstwahrnehmung, Selbstbeobachtung, kleine Experimente im Alltag und geduldiges Üben.

Melanie weist uns genau auf diesen Weg hin:

»Von den Anforderungen des Lebens überwältigt? Gib den Gefühlen, überlastet und überfordert zu sein, Raum und Zeit; in der Stille kann Neues entstehen: ein Bewusstsein jenseits von Widerstand oder Resignation, eine neue Sicht der Dinge, eine Transformation deiner Wahrnehmung und Reaktion – ein Wandel zu Hoffnung und Wohlergehen.«

Als Einstieg wählen wir eine einfache und bewährte Vorgehensweise, wie wir sie im Blogbeitrag »Wahres Ich und Bestimmung« beschrieben haben.

1. Still werden, um sich selbst zu hören

Einmal täglich, regelmässig, etwa 15 Minuten lang.
 (Zur Erinnerung: Eine Viertelstunde steht jedem Menschen 96-mal pro Tag zur Verfügung.)

Die Stille kann man bei einem Spaziergang in der Natur suchen oder sich zu Hause bewusst einen geschützten Raum schaffen. Entscheidend ist, Ablenkungen und Störungen möglichst auszuschliessen.

2. Eine einzige Frage formulieren

Diese Frage wie einen Samen ins Unterbewusstsein legen und ruhen lassen – ohne den Drang, sofort eine Antwort finden zu müssen.

Zum Beispiel:

  • Wie kann ich ohne Angst und Schuldgefühle Nein sagen?
  • Wie äussere ich meine Bedürfnisse klarer und lasse ich mich weniger einschüchtern?
  • Wie kann ich Konflikten begegnen, statt ihnen auszuweichen?

3. Die Aufmerksamkeit auf den Atem richten

Gedanken dürfen kommen und gehen. Man soll ihnen weder Energie schenken noch versuchen, sie zu verdrängen. Man lässt sie vorbeiziehen wie Wolken am Himmel.

4. Die Wahrnehmungen im Alltag beobachten

Zeigen sich intuitive Impulse zum Handeln, spontane Einsichten oder Veränderungen im Erleben und Fühlen? Entstehen neue Präferenzen zu reagieren, klarere Entscheidungen zu treffen oder andere Reaktionen?

5. Nach einer Woche regelmässiger Praxis innehalten und Journal führen

Welche Gedanken, Gefühle oder Einsichten kehren wieder? Zeichnen sich Muster oder klare Signale ab? Was überrascht mich?

Es kann hilfreich sein, solche Beobachtungen spontan und ohne Selbstzensur in einem Journal festzuhalten – ohne sofort zu bewerten oder zu relativieren.

6. Die gewonnenen Einsichten erproben

Entscheidend ist letztlich die Umsetzung im Alltag.

Dazu genügt zunächst ein kleiner, bewusst mutiger Schritt:
 etwa bei einer neuen Aufgabe, die an Sie herangetragen wird, begründet Nein zu sagen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!



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