04.06.
2026
Pendenzenberge und maßlose Erwartungen – Teil 3
Worum geht es beim Grenzen setzen?
Äußere Grenzüberschreitungen
Es geht darum, den eigenen Wert und die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich gegenüber überhöhten Erwartungen abzugrenzen. Dazu gehört auch, die Folgen dauernder Überforderung realistisch einzuschätzen.
Grenzen setzen bedeutet zum Beispiel:
- die eigene Persönlichkeit zu schützen,
- Ruhezeiten und Energie zu bewahren,
- das Privatleben nicht vollständig der Arbeit zu opfern,
- und zu lernen, bewusst Nein zu sagen.
Nein sagen ist keine Schwäche, sondern eine notwendige Fähigkeit. Viele Menschen müssen dafür erst eine persönliche Strategie entwickeln.
Innere Antreiber erkennen
Ebenso wichtig ist es, die eigenen inneren Muster wahrzunehmen. Oft sind die äusseren Anforderungen nur deshalb so wirksam, weil sie auf innere Unsicherheiten oder tief verankerte Glaubenssätze treffen.
Warnzeichen können u. a. sein:
- Mühe haben, eigene Bedürfnisse zu äussern oder um Hilfe zu bitten,
- sich leicht einschüchtern lassen,
- Konflikte vermeiden aus Angst, Zuneigung oder Anerkennung zu verlieren,
- Probleme anderer übernehmen, die nicht zur eigenen Verantwortung gehören,
- sagen, was andere hören möchten, statt ehrlich Stellung zu beziehen,
- Ja sagen, um kein Missfallen zu erregen.
Inneren Antreibern Grenzen setzen
Letztlich geht es um eine Veränderung der eigenen Wahrnehmungs- und Reaktionsmuster – hin zu mehr Selbstschutz, innerer Klarheit und psychischem Wohlbefinden.
Die Botschaften von Melanie
(Zitate aus: Trost-Tropfen der Hoffnung bei Stress im Alltag und Krisen, Band 1, S. 12–19)
Melanies Botschaften zum Thema »Pendenzenberge und masslose Erwartungen« sind vor allem Ermutigungen, sich selbst gesunde Grenzen zu setzen.
Sie erinnern daran:
- die eigenen Erwartungen zu mässigen
- »Deine Tage sind überladen mit übermenschlichen Erwartungen: was du dir alles abforderst bleibt – mutig oder nicht – eine Zumutung.«
- »Tägliche Sisyphusarbeit am Berg unerledigter Obliegenheiten: schaff dir Luft und mach dich nicht zum Sklaven deiner selbst konstruierten Pendenzen-Galeere.«
- »How high do you set your own goals? Have mercy with yourself! (Wie hoch setzest du deine Ziele? Hab Erbarmen mit dir selbst!)«
- die eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und sich nicht permanent zu überfordern,
- »Je fais ce que je peux – I do what I can – ich tue mein Möglichstes, nach bestem Wissen und Gewissen: ist das nicht ein wundervoll weises Eingeständnis menschlich beschränkter Möglichkeiten?«
- »Widersetze dich deinem Über-Ich, Auslöser von unverhältnismässiger Belastung und Mühsal. Stelle seinen zu hohen Erwartungen Bescheidenheit und freudvolle Dankbarkeit für das, was du zu tun vermagst, entgegen.«
- äusseren Anforderungen Grenzen zu setzen
- »Masslose Erwartungen brechen den stärksten Rücken: alles hat Grenzen, auch sich ständig den Bedürfnissen anderer zu beugen. Lerne, dich vorerst mit dem für dich Lebensnotwendigen zu versorgen und zu beschenken – um dann umso grosszügiger für andere zu sorgen.«
- Sinnhaftigkeit und Berufung höher zu gewichten als blosse Betriebsamkeit.
- »Aufgabenlisten pflichtbewusst und gewissenhaft abzuarbeiten führt unweigerlich zum Erfolg – oder zu einem Sinn-entleerten Tag?«
- »Bist du wirklich DA oder eher verloren in einer Wolke von Pendenzen, in viel Betriebsamkeit und wenig Weitsicht? Lass los, lass dich fallen, ins Jetzt – wir garantieren eine Landung auf beiden Füssen.«
